Dichter Und Denker Der Diaspora

[Teil 1]

Poetische Gerechtigkeit nach homerischem Gelächter
Mit dem Wort, meiner Zunge und dem Stift bin ich ein Kämpfer
Distanz zu Zweiflern mit entmenschlichender Eigenschaft
Eleganz der Einfachheit, Akzeptanz der Einsamkeit

Kaufe nicht Footlocker, sondern Deichmann billo Kicks
Ich bleib ein Gewinner, ob mit Nike oder Victory
Fühl mich wie ein Superstar, ohne große Markennamen
Denke wie ein Reicher, Weltverbesserer und Rohdiamant

Viel Glück an die langweiligen Superchristen
Viel Glück an die hirnverbrannten Atheisten
Viel Glück an die populären Satanisten
Viel Glück an die wutentbrannten Anarchisten

Machen was ich will, schwarze knüppelharte Fernbedienung
Danke meinen Fehlern, denn ich treffe immer bessere
Führ sie hinters Licht, wie mit einem falschem Sternzeichen
Für sie hinters Licht, Polizist mit falschem Abzeichen

.…

[Teil 2]

Damals in der Jugend Katastrophe, heute Pädagoge
Eure Sachen mach ich nicht publik, ist nicht meine chose
Ethos gehört in die Politik, für moralisch Große
Logisch leidenschaftlich und loyal, bis zum süßen Tode

Themen und Topoi sind technisch versiert gestrickt in meinen Strophen
Voller semantischen, und syntaktischen Konstruktionen
Symbolischen Allusionen, bewussten Juxtapositionen
Subtil-overte Referenzen, nicht zwingend auf mich bezogen

Musik und Literatur, Poesie und Prosa
Kunst als Zeugnis und Kur, erzeugt trotz Druck und Zensuren
Uns vereint die Natur, Jesus zerriß Kultur
Folgen Gott ohne Schwur, wie Naomi und Jonas

Tafelrunde mit entwendeten Gold
Trophäen und Ländereien sind der Eroberer Stolz
Auf den Bund mit Satan kommt YHWHs Fluch hinzu
Deine Tage sind gezählt, dein Reich zerfällt wie du

[Teil 3]

In meine Hosentaschen passen Taschenbücher
Doch in Damenhosen g‘rad‘ mal Taschentücher
Frauen sind nur halbe Männer, find‘ ich hanebüchen
Hexer rühren mit der Kelle in des Teufels Küche

Wer sich bereit fühlt, plant ‘ne Pilgerreise in das Land der Eltern
Auf der Suche nach den Wurzeln, es verbindet oder trennt einen
Die Erfahrung in der Armut, die Vielfalt der Eindrücke
Unzählige Menschen, die dir täglich zu Leibe rücken

Schwarzer Peter mit ‘nem kleinem, Peter
Dir glaubt keiner jemals wieder, Peter
Primus inter pares, bin frittiert unter Kartoffeln
Deutsche Wölfe muss man richten wie den Teufel

Ich bring dich an die Grenzen deiner Toleranz
Damit du siehst wie du tickst und verstehst das ihr spinnt
Ihr gebt mir genügend Gründe euch zu hassen 
Und ich kann stolz behaupten, dass ich es immer noch nicht tu


[Teil 4]

Festung der Einsamkeit, eisiges Versteck
Alle Stricke reißen, alle Brücken brenn‘
Letzter Strohhalm und ich schnorchel unter Well‘n
Mit ‘nem Schilfrohr an den Lippen und ‘nem Schwur an den Herrn

Keine Kandidaten, alle Babys in die Babyklappe
Keine Chancen, keine Zeit für den Kindergarten
Hab noch vieles offen, ich erlasse alle Schulden
Kann nicht für euch bürgen, ich muss selber für mich sorgen

Pfeifen spiel‘n hier Schiri und coachen von der Tribüne
Ihr wechselt das Trikot, wenn ihr denkt dass ich verliere
Ich mach euch alle rot, wie der Russe von Schuld und Sühne
Zerreiß mit meiner Miene, gebleichte Papiere

So viele Beobachter, fast keine Begleiter
Gäste und Besucher lachen kurz und ziehen weiter
Ohne eine Muttersprache oder Vaterland
Doch ich schreibe hier Geschichte mit der rechten Hand

Jonny Ardor
– 06.03.2020

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