Tuskegee Airman

Bin fly wie ein Tuskegee Airman
Teile das Land und verteile Schokolade
Präg die Zeit, Hangtime wie „His Airness Jumpman“
Feile im Schritt, ich bleibe eine Weile

In Musik, Sport und dem Unterhaltungsgeschäft sind Schwarze mittlerweile beliebt, dominant und präsent. Jetzt heißt es: „Wir könne das alle“ und „Wir können nichts Anderes“, als Brot und Spiele für die Massen zu gestalten. Doch das Verhalten der Regierung und Gesellschaft soll man mit Demut und Dankbarkeit kommentieren, stets alles loben, nie etwas lamentieren.
Gleichwohl dunkle Mächte ewig walten, sollen Opfer ihre Münder halten.

Vermisste, Vergewaltigung, Morde und Meineid
Dasselbe Alter, dasselbe Geschlecht, dieselbe Leistung
Niedrigere Löhne und Noten, schäbige Behausung bewohnen
Wir sind nicht helle folglich sind wir faule Idioten

Uns geschieht alles recht, was uns betrübt
Euch tut gar nichts Leid
Dunkelziffer groß, eure Fehler eine Kleinigkeit
Dunkelkammer groß, uns’re Fehler debattiert ihr klein

Ich bin ein Berliner, sagte der Mann, der uns zur Seite stand
Er war Amerikaner, Philanthrop wie Harry Belafont’
Christlicher Stürmer, nicht Christina Stürmer
Bin Stürmisch und fürchte Gott, wie Bismarck und Theo Storm

Schreibe gern wie La Fontaine, elegant und doch Mutant
Mit dem heißbegehrten X-Faktor, ihr wollt mein Ding wie Laury Hill
Ich werd angehimmelt und verdinglicht
Würd’ ich sterben, wärt ihr still

Kareem Abdul-Jabbar, nicht Asamoah, königlich wie Kevin Boa
Ich spiel wie ich will, ich sag was ich will
Friedlich ruh’n die ungeliebten ermordeten Ausländer
Verbrannte und Ertrunkene wie Michael Jackson und Emmett Till

Genug über Amerika, wir haben keinen Kaepernick
Schäferhunde kriegen von deren Standards ‘nen Silberblick
Der Vergleich für’s Selbstbewusstsein bricht nicht nur Frauen das Genick
Altehrwürdig, korrosiv, Brücken, Mauern, Politik

Mit Brücken mein’ ich Genua und das sprichwörtliche Bauwerk
Des Zusammenhalts und der Freundschaft wie mit Frankreich und der USA
Mit Mauern mein’ ich eigentlich Berlin, froh über ihren Fall
China hat den längsten Wall, DJ Trump den größten Knall

Altehrwürdig ist für mich das, was man so sehr respektiert
Dass man nicht mehr kritisiert, denn sonst wär’n alle geniert
Auch Opa, der wohl weiß, dass er sich irrt, mit Ehrungen Schuld kaschiert
Hoffe, dass die Hochdekorierte stirbt, ehe sie Gedächtnis und Verstand verliert

Markle konnte die Queen anfangs nicht ertragen
Diana ist tot, Meghan wird bleiben
Korrosiv ist jede Person und Gruppierung im Laufe der Zeit
Stämme, Nationen und Landesgrenzen – nichts bleibt für die Ewigkeit

Ich hätt’ nicht reimen müssen, doch so bin ich halt
Bete, selbst wenn ich nicht die Hände falt’
Grausam, teuflisch und kalt, Optimismus gibt mir Halt
Alex’ Kosmos hat Yahwe in seiner Gewalt

Um zu überleben, überlegen wir gut, was wir tun
Was auch immer wir wähl’n, wohin wir auch geh’n, wir können nicht ruh’n
Auch im Elternland entfremdet, schwebe ich zwischen Kulturen
Suche Menschen in meinen Schuhen, Siegreiche, die einfach tun

Gott liebt dich und du bist böse, wieviel mehr noch, wärst du gut
Fremde Federn, keine Blöße, dünnes Eis, als wärst du Knut
Reis um jeden Preis mit deinen Liebsten, wie Naomi einst mit Ruth
Dende wird zum Gastarbeiter, Saiyajin Blut tränkt die Fremde

Bin fly wie ein Tuskegee Airman
Teile das Land und verteile Schokolade
Präg die Zeit, Hangtime wie „His Airness Jumpman“
Feile im Schritt, ich bleibe eine Weile


Jonathan Yambo Tuskegee Airman 26.10.2019

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